Katzenelnbogen — Am 18. Juni 2026 füllte sich die Stadthalle Katzenelnbogen mit feierlicher Stimmung: 26 Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschule erhielten ihre Zeugnisse und beendeten damit einen prägenden Lebensabschnitt. Schulleiter Peter Gräber eröffnete die Feier mit einer wirksamen Metapher: Wie ein Baum, dessen Wurzeln man nicht immer sieht, stütze die Schule die jungen Menschen — sichtbar seien nun die aufrechten Stämme, bereit für den nächsten Lebensabschnitt.
Gräber erinnerte daran, dass viele der Absolventen bereits seit der 5. Klasse Teil der Schulgemeinschaft sind und in diesen Jahren Wurzeln geschlagen haben: in der Familie, bei Lehrkräften und den Unternehmen, die Praktika ermöglichten. Diese Wurzeln, so seine Botschaft, geben Kraft, in die Zukunft zu wachsen. Die Vielfalt der wirtschaftlichen und gesundheitsbezogenen Schwerpunkte des Jahrgangs sowie das Lehrerteam aus fachlicher Kompetenz und menschlicher Verbundenheit nannte er als solides Fundament. Besonders hervorgehoben wurden das Engagement der 12G im Schulsanitätsdienst als verlässliche Stütze und der erfolgreiche Aufbau des Schulkiosks durch die 12W. Schulleiter Gräber lobte Disziplin und Ausdauer: Alle Prüfungen wurden bestanden, alle 26 Schülerinnen und Schüler schlossen ab. Dies zeuge von Reife; die Pläne und Perspektiven für die Zukunft spiegelten Selbstvertrauen wider.
Der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Aar‑Einrich, Marc‑André Kubitza, bezeichnete den Abschluss als wichtigen Meilenstein und das Zeugnis als Schlüssel zu neuen Möglichkeiten. Er erinnerte daran, dass der Weg nicht immer einfach gewesen sei und bedankt sich ausdrücklich bei Eltern und Lehrern, die Orientierung gegeben hätten. Kubitza machte Mut: Der beste Weg sei nicht automatisch ein Studium — unsere Gesellschaft brauche vielfältige Talente und Macher.
Angelina Weiland vom SEB rief die Absolventen dazu auf, alte Glaubenssätze zu hinterfragen und Menschlichkeit, Kreativität und Abenteuerlust hochzuhalten. An die Stelle von Perfektionismus und bloßem Pflichtbewusstsein trete heute die Fähigkeit, Werte als inneren Kompass zu nutzen. „Bewahrt euch das Kind in euch“, ermunterte sie, und erinnerte freundlich daran, ab und zu die Eltern zu besuchen.
Die Klassenleitungen Annica Koch (12W) und Kathrin Baranowsky (12G) blickten liebevoll zurück: Die Klassenfahrt nach Kroatien, die Diskussionen über Leben und Beruf, das regelmäßige gemeinsame Lachen und manchmal auch das „kindliche“ Miteinander hätten Erinnerungen geschaffen, die bleiben. Beide Lehrkräfte betonten, wie unterschiedlich die Gruppen waren und wie jede Schülerin, jeder Schüler sich persönlich entwickelt habe. Ein Bild blieb: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“ — Kräfte richtig einzuteilen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen, führe zum Erfolg.
Die Abschlussrede der Schüler Jakob Hecht (12G) und Paula Stich (12W) war persönlich und herzlich. Trotz unterschiedlicher Klassen erlebten sie einen zusammenwachsenden Jahrgang, der auch abseits des Unterrichts in den Pausen und auf der Klassenfahrt enge Erinnerungen geteilt habe. „Wir sind wirklich gerne in die Schule gegangen. Wenn man mal nicht da war, hatte man fast Angst, etwas zu verpassen“. Dieses Fazit hört man gern.
In einem letzten offiziellen Akt wurden die Zeugnisse übergeben. Besonderer Dank galt dem Schulsanitätsdienst für seinen verlässlichen Einsatz. Als Jahrgangsbeste wurden ausgezeichnet: Evelin Bär (12G) mit dem Traumdurchschnitt von 1,0 und Moritz Pfaffenberger (12W) mit 2,2.
Die Schulband sorgte für den musikalischen Rahmen des Abends und begleitete die Feier mit stimmungsvollen Stücken. Das dritte und letzte Stück war ein Highlight, bei dem die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit ihren Lehrkräften zum Tanzen aufgefordert wurden.
Die FOSsis wachsen nun weiter in die Zukunft. Wir wünschen allen Absolventinnen und Absolventen nur das Beste und freuen uns, wenn sie hin und wieder in Form eines Besuchs zu ihren Wurzeln zurückkehren.
Artikel und Fotos: Erika Gotthardt